Probiotika sind gerade in aller Munde. Ob Müdigkeit, Verdauungsbeschwerden, ein schwaches Immunsystem oder Gewichtsprobleme – viele Schweizer schwören aus den unterschiedlichsten Gründen auf solche Präparate. Wir untersuchen, was wirklich hinter den Versprechungen steckt, und stellen unseren Favoriten 2026 vor.

Was steckt eigentlich hinter den Begriffen Probiotikum, Mikrobiom und Dysbiose – und wie hängen sie zusammen?

Bei sogenannten Probiotika handelt es sich um Produkte mit lebenden Mikroorganismen, die das Darmmikrobiom unterstützen sollen.

Als Darmmikrobiom bezeichnet man die Gemeinschaft aller Mikroorganismen in unserem Darm. Dieses ist aus über 100 verschiedenen Bakteriengattungen zusammengesetzt, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften und Aufgaben haben. Während lange Zeit zwischen sogenannten „guten“ und „schlechten“ Bakterien unterschieden wurde (erstere wurden häufig als „Probiotika“, letztere u.a. als „Fäulnisbakterien“ bezeichnet), konzentriert man sich heute eher auf ihr komplexes Zusammenspiel.

Oft wird dafür das Bild eines Regenwaldes verwendet: Dieser lebt von der Diversität und der Vielzahl seiner Bewohner, da jeder Pflanze und jedem Lebewesen eine bestimmte Rolle innerhalb dieses Ökosystems zukommt. Moderne Probiotika – auch Mikrokulturenpräparate genannt – setzen deshalb auf eine grosse Anzahl verschiedener Bakterienstämme, anstatt nur auf einige wenige.

Denn: Gerät dieses Ökosystem aus dem Gleichgewicht, weil zum Beispiel einzelne Bakterienstämme verdrängt werden oder insgesamt die Anzahl der Bakterien reduziert ist, spricht man von einer Dysbiose. Diese kann viele verschiedene Folgen haben.  

Deshalb fokussieren sich Mikrokulturenpräparate der nächsten Generation darauf, eine grosse Vielfalt von Bakterienstämmen in einer hohen Dosierung zuzuführen.

Das könnten Anzeichen für eine Dysbiose sein:

Verdauungsbeschwerden

Hautprobleme wie Unreinheiten

Müdigkeit und Erschöpfung

Gewichtsschwankungen

Antriebslosigkeit

Was muss bei der Anwendung von Probiotika beachtet werden?

Probiotika sind kein Sprint, sondern ein Marathon. Mikrokulturenpräparate sollten immer über einen längeren Zeitraum, idealerweise mindestens 12 Wochen, angewendet werden. Daneben haben wir einige Dos&Don’ts für dich gesammelt:

Das solltest du vermeiden:

1

Geringe Diversität

Experten empfehlen mindestens 50 verschiedene Bakterienstämme, um einen wirklichen Unterschied zu machen.

2

Niedrige oder verwirrende Dosierung

Diese wird bei Probiotika in KBE, koloniebildende Einheiten, gemessen. Ist diese Dosierung zu niedrig (z. B. unter 20 Mrd. KBE pro Tagesdosis) oder unklar kommuniziert (manche Hersteller versuchen, die Dosierung durch komplizierte Anwendungsanweisungen zu verschleiern), ist das ein Warnzeichen.

3

Schlechte Verpackung

Die wertvollen Bakterien sind extrem empfindlich gegenüber Feuchtigkeit, sogar Luftfeuchtigkeit kann ausreichen, um sie abzutöten, noch bevor du die Kapsel auch nur in der Hand hattest. Deshalb sollten sie individuell in Aluminium verpackt sein, nicht in Plastikdosen oder Gläsern.

4

Keine GMP-Zertifizierung

GMP, der Arzneimittelstandard ist ein besonders strenger Produktionsstandard. Produkte mit diesem Zertifikat wurden nachgewiesenermassen nach diesem Standard gefertigt.

5

Keine zusätzliche Unterstützung der Darmschleimhaut

Die Darmschleimhaut ist der Nährboden für die guten Bakterien. Eine Dysbiose steht oft mit Schädigungen der Darmschleimhaut in Verbindung. Deshalb sollten Probiotika immer auch Stoffe enthalten, die die Darmschleimhaut gezielt unterstützen.

Do’s and Don’ts

DO

Hohe Diversität: mindestens 50 Bakterienstämme

Hohe Dosierung und transparente Verzehrempfehlung

Sichere Verpackung, zum Beispiel im Alu-Alu-Blister

Nachgewiesenermassen hohe Produktionsstandards

Kompetenter Kundenservice und Geld-zurück-Garantie

Unkomplizierte Anwendung

DON'T

Cross Black

Nur auf den Preis schauen

Cross Black

Von übertriebenen Dosierungsangaben blenden lassen

Cross Black

Geringe Dosierung

Cross Black

Geringe Diversität

Cross Black

Komplizierte Anwendung und/oder zu grosse Kapseln (schwer zu schlucken)

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Der grosse Test

Entsprechend dieser Kriterien haben wir 5 aktuell weit verbreitete Produkte untersucht und sind zu folgendem Ergebnis gekommen:

Wichtige­ Kriterien
K53­ Advance
Darmflora plus select
Proba­flor
Botan­icy Probiotic
Lactobact Forte
Einzel­verpackung im Alu-Alu-Blister
Cross BlackCross BlackCross BlackCross Black
30-Tage Geld-zurück-Garantie
Cross BlackCross Black
Abo-­Service
Cross BlackCross BlackCross BlackCross Black
Genaue Stamm­benennung
Cross Black
Unterstützung der Darm­schleim­haut
Cross BlackCross Black
Hohe Diver­sität (mind. 50 verschie­dene Stämme)
Cross BlackCross BlackCross BlackCross Black
Hohe Dosierung (mind. 20 Mrd. KBE)
Cross BlackCross BlackCross Black
GMP-­Zertifizierung
Cross BlackCross BlackCross BlackCross Black

Unser Testsieger

Kijimea K53 Advance

Kijimea K53 Advance online kaufen
Platz1

K53 Advance

Kijimea K53 Advance
Platz:

Vorteile

Der Hersteller ist in medizinischen Kreisen für seine Forschung und Innovationen bekannt.

Mit bereits einer leicht zu schluckenden Kapsel ist die Tagesdosis abgedeckt.

Das Produkt ist gluten-, fruktose- und laktosefrei sowie frei von Zusatz-, Konservierungs- und Aromastoffen und Süssungsmitteln.

Nachteile

Cross Black

Zwar sind die Kapseln sowohl über den eigenen Shop als auch über Amazon und diverse Online-Apotheken bestellbar, doch hatte der Hersteller zuletzt aufgrund der grossen Nachfrage offenbar Schwierigkeiten mit der Verfügbarkeit.

K53 Advance der renommierten deutschen Firma Synformulas bietet mit 53 enthaltenen Bakterienstämmen die grösste Vielfalt. Ausserdem weist das Mikrokulturenpräparat die höchste Dosierung auf und enthält zusätzlich sowohl Biotin als auch Niacin für die Unterstützung der Darmschleimhaut.

Die Verpackung im Alu-Alu-Blister entspricht dem Goldstandard, denn sie schützt jede Kapsel von der Herstellung bis zum Verzehr optimal vor Luft und Feuchtigkeit. Ausserdem sind sowohl der Herstellungsprozess als auch die Anlagen, auf denen das Präparat hergestellt wird, nach dem strengen Arzneimittel-Standard GMP-zertifiziert.

Kijimea K53 Advance online kaufen

Darmflora plus select

Drwolz Darmflora Plus Select
Platz:

Vorteile

Das Produkt ist sowohl über den eigenen Online-Shop als auch über diverse Online-Apotheken verfügbar.

Mit Biotin und Niacin sind gleich zwei Wirkstoffe für die Unterstützung der Darmschleimhaut enthalten.

Nachteile

Cross Black

Mit nur 8 Stämmen bietet das Präparat bei weitem nicht die gewünschte Diversität.

Cross Black

Es liegt keine GMP-Zertifizierung vor.

Auch dieses Präparat enthält gleich zwei Vitamine, die die Darmschleimhaut unterstützen sollen: Vitamin B2 und B7. Dagegen liefert es lediglich acht verschiedene Bakterienstämme und ist somit weit von den empfohlenen 50 entfernt.

Eine Kapsel enthält 12 Mrd. KBE, ebenfalls deutlich weniger als die empfohlenen 20 Mrd. Die Einzelverpackung im Blister ist zwar durchaus lobenswert, doch handelt es sich dabei nur um einen Plastik-Blister, der den Inhalt nicht ausreichend schützt. Eine GMP-Zertifizierung konnte nicht gefunden werden, lediglich ISO und HACCP liegen vor.

Probaflor
Probaflor Tp
Platz:

Vorteile

Inulin dient den enthaltenen Bakterien als Präbiotikum.
Die Kapseln sind über den eigenen Onlineshop, Amazon sowie Online-Apotheken bestellbar und damit gut verfügbar.

Nachteile

Cross Black
Die Anzahl der Bakterienstämme ist eher gering.
Cross Black
Insbesondere in Bezug auf die 3-Monats-Dose ist aufgrund der Verpackung die Stabilität der Kapseln fraglich.

Probaflor liefert leider nur 11 Bakterienstämme und liegt damit im Mittelfeld. Erfreulich ist dagegen die relativ hohe Dosierung von 20 Mrd. KBE. Bei der Verpackung macht der Hersteller Abstriche: Zwar ist die Plastikdose mit einer speziellen Schicht ausgestattet, welche eingedrungene Feuchtigkeit binden soll, jedoch liegen der Redaktion keine überprüfbaren Daten vor, inwieweit dies über die gesamte Dauer des Gebrauchs gewährleistet ist. Der Hersteller gibt an, nach ISO- und FDA-Standards zertifiziert zu sein, macht aber keine Angaben zu einer GMP-Zertifizierung.

Botanicy Probiotic Duocap

Botanicy Probiotic
Platz:

Vorteile

Zugabe von Fructooligosaccharide als Präbiotikum sowie Vitamin D3 zur Unterstützung des Immunsystems.

Gute Verfügbarkeit.

Nachteile

Cross Black

Sehr geringe Diversität.

Cross Black

Keine Unterstützung der Darmschleimhaut.

Mit gerade einmal 4 Bakterienstämmen – der geringste Wert in unserem Test – fällt Probiotic Duocap in dieser Kategorie leider durch. Auch die Dosierung von nur 10 Mrd. KBE kann nicht überzeugen. Erfreulich ist dagegen die Verpackung in einem Blister, wenn auch keinem Alu-Alu-Blister. Der Hersteller gibt eine Zertifizierung nach ISO und HACCP an, es gibt jedoch keine Hinweise auf ein GMP-Zertifikat. Wirkstoffe, die explizit die Darmbarriere adressieren, sucht man vergeblich.

Lactobact Forte

Lactobact Forte
Platz:

Vorteile

Gleich zwei Stoffe sollen die Darmbarriere unterstützen.

Die Kapseln sind vegan, gluten- und laktosefrei.

Hohe Dosierung.

Nachteile

Cross Black

5 Bakterienstämme sind für ein solches Präparat leider nicht ausreichend.

Cross Black

Die Dosierung fällt zu gering aus.

Weit abgeschlagen auf dem letzten Platz landet Lactobact Forte. Worauf sich der Zusatz „forte“ bezieht, konnte die Redaktion leider nicht nachvollziehen, enthält das Präparat doch die mit Abstand geringste Dosierung aller Produkte im Test. Mit gerade einmal 5 Bakterienstämmen kann es auch in dieser Kategorie keinen Boden gutmachen.

Erfreulicher ist dagegen die Zugabe von Biotin zur Unterstützung der Darmschleimhaut. Eine GMP-Zertifizierung sucht man vergeblich. Die Verpackung lässt ebenfalls zu wünschen übrig: Die Plastikdose lässt bei jedem Öffnen Luft und damit Feuchtigkeit an das Produkt.

Kijimea K53 Advance

53 verschiedene Stämme

20 Milliarden KBE

Biotin & Niacin

Alu-Alu-Blister

12-Wochen-Kur

Geld-zurück-Garantie

Kijimea K53 Advance
Kijimea K53 Advance online kaufen

Wissenschaftliche Quellen

Kim, Sangman M et al. “Fecal microbiota transplant rescues mice from human pathogen mediated sepsis by restoring systemic immunity.” Nature communications vol. 11,1 2354. 11 May. 2020, doi:10.1038/s41467-020-15545-w

Turnbaugh, P et al. An obesity-associated gut microbiome with increased capacity for energy harvest. Nature 444, 1027–1031 (2006). https://doi.org/10.1038/nature05414

Hua, X., Goedert, J. J., Pu, A., Yu, G., & Shi, J. (2015). Allergy associations with the adult fecal microbiota: Analysis of the American Gut Project. EBioMedicine, 3, 172–179. https://doi.org/10.1016/j.ebiom.2015.11.038

Frémont, Marc et al. “High-throughput 16S rRNA gene sequencing reveals alterations of intestinal microbiota in myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome patients.” Anaerobe vol. 22 (2013): 50-6. doi:10.1016/j.anaerobe.2013.06.002

Über den Verfasser

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Frank Mehrbach wurde 1965 in Hamburg geboren und lebte seine Leidenschaft für das Schreiben schon früh durch sein Mitwirken in diversen Studentenzeitungen aus. Nach seiner akademischen Laufbahn besuchte er zahlreiche Seminare und Vorträge rund ums Thema Gesundheit, durch die er sein journalistisches Handwerk mit seiner Leidenschaft für Medizin kombinieren konnte. Mehrbach schrieb für verschiedene medizinische Fachzeitschriften und Gesundheitsmagazine.

2005 trat Frank Mehrbach schliesslich dem Redaktionsteam von Fachmagazin Apotheke bei. Dank seiner fundierten Kenntnisse aus dem Gesundheitssektor und seinem Talent für präzise und verständliche Wissenschaftskommunikation stieg er schnell die Karriereleiter hoch. Im Jahr 2015 übernahm er die Position des Chefredakteurs.

Unter Mehrbachs Leitung veröffentlicht Fachmagazin Apotheke eine Vielzahl von Artikeln und Reportagen, die sich sowohl an medizinisches Fachpublikum als auch interessierte Laien richtet. Sein Ziel ist es, komplexe medizinische Themen verständlich darzustellen und gleichzeitig den neuesten Stand der Forschung zu präsentieren. Frank Mehrbach ist bekannt für seine sorgfältige Recherche und sein Engagement für qualitativ hochwertigen Journalismus.

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